Künstliche Intelligenz im Physikunterricht

Chancen, Herausforderungen und praktische Erprobung

Künstliche Intelligenz (KI) hält in immer mehr Bereiche unseres Lebens Einzug - auch in die Bildung. Während bis Ende 2022 KI im Physikunterricht und in der Lehrerbildung nur eine untergeordnete Rolle spielte, sind mit der öffentlichen Verfügbarkeit von ChatGPT und weiteren generativen Werkzeugen ganz neue Perspektiven entstanden. Damit verbunden sind jedoch auch zahlreiche Fragen und Herausforderungen: rechtliche und ethische Aspekte, Fairness und Trainingsbias, aber auch die Frage nach der tatsächlichen Wirksamkeit solcher Tools für das Lehren und Lernen.
Die Fortbildung bietet einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse und stellt konkrete Werkzeuge für den Einsatz im Physikunterricht vor. In praxisorientierten Workshopphasen haben die Teilnehmenden Gelegenheit, KI-Tools selbst auszuprobieren und Erfahrungen im Unterrichtskontext zu sammeln.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf KI-unterstützten Minilaboren, die klassische Smartphone-Experimente mit den Potenzialen multimodaler Sprachmodelle verbinden. Anhand ausgewählter Experimente wird deutlich, wo der didaktische Mehrwert des KI-Einsatzes liegt - etwa durch Analyseverfahren, die Lernenden selbst (noch) nicht zur Verfügung stehen, oder durch direkte Unterstützung bei der Modellbildung. Dabei werden nicht nur tabellarische Messdaten (z. B. Beschleunigungs- und Flussdichtemessungen im CSV-Format), sondern auch Audio-, Bild- und Videodaten in die Analyse einbezogen.
Im Praxisteil arbeiten die Teilnehmenden mit vorbereiteten Datensätzen und erproben eigenständig verschiedene KI-gestützte Auswertungsverfahren. Die Veranstaltung möchte so nicht nur einen Einblick in aktuelle technologische Entwicklungen geben, sondern vor allem deren konkreten Nutzen für einen zukunftsorientierten Physikunterricht erfahrbar machen.