Antisemitismus im Kontext Schule - Herausforderungen und Umgangsstrategien
In die Medien gelangen in der Regel massive Manifestationen von Antisemitismus: körperliche Gewalt gegen Menschen, die eine Kippa tragen, das Wort "Jude" als Schimpfwort auf dem Schulhof. Die Tatsache, dass solch massive Ausbrüche von Antisemitismus an der eigenen Schule nicht auftreten, führt, verbunden mit der (oft unreflektierten und unbelegten) Meinung, man unterrichte sowieso keine jüdischen Kinder an der Schule, zu der Auffassung: "Antisemi-tismus spielt bei uns keine Rolle!".
Tatsächlich manifestiert sich Antisemitismus oft niederschwelliger. Er wird von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft gar nicht wahrgenommen, von Betroffenen (die sich aus guten Gründen bisher nicht als Jüdinnen und Juden zu erkennen gegeben haben) umso mehr. Oftmals erkennen Lehrerinnen und Lehrer, dass ihnen selbst durch die Sozialisation in einer Gesellschaft, die seit Jahrhunderten durch Antisemitismus geprägt ist, Sensibilität und Verständnis für antisemitische Äußerungen fehlen. Ausdrucksformen des Antisemitismus reichen von Andeutungen, Zuschreibungen, (verbalen) Übergriffen bis hin zu psychischer und physischer Gewalt, Benachteiligung, Diskriminierung und institutionellem Antisemitismus. Lehrkräfte sind gefordert, auf die gewaltförmige Struktur des Antisemitismus zu reagieren und wirksam zu handeln.
Die Fortbildung unterstützt Lehrkräfte, Krisenteams und Schulleitungen bei der Entwicklung und Implementierung von wirksamen Ansätzen im Umgang mit Antisemitismus an Schulen. Die Teilnehmenden werden in die Grundprinzipien antisemitismuskritischer Bildung eingeführt und entwickeln auf dieser Basis pädagogische Strategien und Interventionen.